Wie viel Auslauf braucht ein Hund? Der große Guide nach Rasse & Alter
"Wie oft muss ich mit meinem Hund raus?" – eine der häufigsten Fragen von Hundehaltern. Und eine, die sich nicht pauschal beantworten lässt. Der Bewegungsbedarf hängt von vielen Faktoren ab: Rasse, Alter, Gesundheit und Charakter deines Hundes spielen alle eine Rolle. Ein Border Collie hat andere Ansprüche als ein Mops – und ein Welpe andere als ein Senior.
Das Wichtigste in Kürze
- Minimum: Jeder Hund sollte mindestens 2-3x täglich raus
- Rasse entscheidet: Manche Hunde brauchen 1 Stunde am Tag, andere 3-4 Stunden
- Qualität vor Quantität: Abwechslungsreiche Spaziergänge sind besser als stumpfes Kilometerfressen
- Kopfarbeit zählt: Geistige Auslastung ist genauso wichtig wie körperliche Bewegung
- Alter beachten: Welpen und Senioren haben besondere Bedürfnisse
Auslauf nach Rasse: Die Übersicht
Die ursprüngliche Verwendung einer Rasse gibt einen guten Hinweis auf den Bewegungsbedarf. Jagd- und Hütehunde wurden für stundenlanges Arbeiten gezüchtet – Schoß- und Begleithunde nicht.
Wenig Auslauf (ca. 1 Stunde täglich)
Diese Hunde sind mit kürzeren, dafür häufigeren Spaziergängen zufrieden:
- Französische Bulldogge – kurze Nase erschwert Atmung bei Anstrengung
- Mops – gemütlicher Begleithund, Vorsicht bei Hitze
- Englische Bulldogge – schwerer Körperbau, schnell erschöpft
- Malteser – kleiner Begleithund, liebt Spaziergänge, aber keine Marathons
- Chihuahua – trotz Energie: kleine Beine, kürzere Strecken
- Bernhardiner – trotz Größe: schwer und gemütlich
- Deutsche Dogge – groß, aber kein Ausdauersportler
Wichtig: "Wenig Auslauf" heißt nicht "kein Auslauf". Auch diese Hunde brauchen tägliche Bewegung – nur eben in moderatem Tempo.
Mittlerer Auslauf (ca. 1,5-2 Stunden täglich)
Die Mehrheit der Hunderassen fällt in diese Kategorie:
- Pudel – intelligent und bewegungsfreudig
- Beagle – als Jagdhund aktiv, aber kein Extremsportler
- Cocker Spaniel – liebt Spaziergänge und Apportieren
- Shih Tzu – aktiver als er aussieht
- Boxer – verspielt, aber wegen kurzer Nase nicht übertreiben
- Dackel – klein, aber als Jagdhund durchaus ausdauernd
- Mischlingshunde – meistens in dieser Kategorie
Viel Auslauf (ca. 2-3 Stunden täglich)
Diese Rassen wurden für Arbeit gezüchtet und haben entsprechend viel Energie:
- Labrador Retriever – Arbeitshund mit viel Ausdauer
- Golden Retriever – aktiv und bewegungsfreudig
- Deutscher Schäferhund – Arbeitshund durch und durch
- Australian Shepherd – Hütehund mit enormem Bewegungsdrang
- Border Collie – gilt als aktivste Hunderasse überhaupt
- Jack Russell Terrier – klein, aber extrem energiegeladen
- Weimaraner – Jagdhund mit viel Ausdauer
- Dalmatiner – für lange Strecken gezüchtet
Sehr viel Auslauf (3+ Stunden täglich)
Für echte Sportskanonen unter den Hundehaltern: Siberian Husky, Alaskan Malamute, Belgischer Schäferhund (Malinois) und Vizsla.
Ehrliche Selbsteinschätzung: Bevor du dir einen Husky oder Border Collie zulegst, frag dich: Kannst du wirklich jeden Tag 3+ Stunden Auslauf bieten? Bei Wind und Wetter? Auch nach einem langen Arbeitstag?
Auslauf nach Alter
Welpen (bis 12 Monate)
Welpen haben zwar gefühlt unendlich Energie, aber ihr Körper ist noch im Wachstum. Zu viel Belastung kann Gelenke und Knochen schädigen. Faustregel: 5 Minuten Spaziergang pro Lebensmonat, 2x täglich. Ein 4 Monate alter Welpe sollte also etwa 2x 20 Minuten spazieren gehen.
- Mehrere kurze Spaziergänge statt einem langen
- Kein Joggen oder Radfahren mit Welpen
- Treppen möglichst vermeiden (bei großen Rassen)
- Spielen mit anderen Welpen ist okay – der Welpe regelt das Tempo selbst
Erwachsene Hunde (1-7 Jahre)
In dieser Lebensphase haben die meisten Hunde ihren höchsten Bewegungsbedarf. Die genaue Menge hängt von der Rasse ab (siehe oben). Grundregel: Mindestens 3x täglich raus, davon mindestens 1x ein längerer Spaziergang (30-60+ Minuten).
Senioren (ab 7-8 Jahren)
Ältere Hunde werden ruhiger und haben oft Gelenkprobleme. Trotzdem brauchen sie weiterhin Bewegung – nur angepasst: Lieber mehrere kurze Spaziergänge, Tempo dem Hund anpassen, weiche Untergründe bevorzugen. Bei Schmerzen oder Lahmheit: zum Tierarzt.
Qualität vor Quantität: Was wirklich auslastet
Ein häufiger Fehler: Hundehalter denken, sie müssen ihren Hund nur genug laufen lassen, dann ist er ausgelastet. Aber ein Hund, der jeden Tag stumpf 10 km neben dem Fahrrad rennt, ist körperlich fit – aber geistig unterfordert.
Echte Auslastung = Körper + Kopf. Ein abwechslungsreicher 45-Minuten-Spaziergang mit Schnüffeln, Kommandos üben und kurzen Spieleinheiten kann einen Hund mehr auslasten als 2 Stunden Dauerlauf.
Ideen für geistige Auslastung
- Schnüffeln lassen: Die Nase arbeiten zu lassen ist anstrengend!
- Suchspiele: Leckerlis verstecken und suchen lassen
- Kommandos üben: Kurze Trainingseinheiten während des Spaziergangs
- Neue Wege gehen: Abwechslung fordert die Sinne
- Apportieren: Kombiniert Bewegung mit Kopfarbeit
Zeichen für zu wenig Auslauf
Dein Hund zeigt dir, wenn er unterfordert ist: Zerstört Gegenstände, bellt übermäßig, ist hibbelig, springt an Menschen hoch, zieht extrem an der Leine oder nimmt zu. Mehr Auslauf und vor allem mehr Beschäftigung können helfen.
Zeichen für zu viel Auslauf
Ja, auch das gibt es – besonders bei Welpen und Senioren: Hund legt sich während des Spaziergangs hin, lahmt danach, ist extrem erschöpft oder zeigt am nächsten Tag Steifheit.
Häufige Fragen
Wie oft muss ein Hund am Tag raus?
Mindestens 3x täglich: morgens, mittags/nachmittags und abends. Welpen und Senioren brauchen oft häufigere, dafür kürzere Runden.
Reicht ein großer Garten als Auslauf?
Nein. Ein Garten ist praktisch zum Lösen, ersetzt aber keine Spaziergänge. Hunde brauchen neue Eindrücke, Gerüche und Sozialkontakte außerhalb ihres Reviers.
Wie lange sollte ein Spaziergang dauern?
Mindestens ein Spaziergang pro Tag sollte 30-60 Minuten dauern. Bei aktiven Rassen gerne länger.
Mein Hund will nicht mehr laufen. Was tun?
Plötzliche Bewegungsunlust kann ein Zeichen für Schmerzen oder Krankheit sein – ab zum Tierarzt! Bei älteren Hunden passen oft einfach kürzere Runden besser.
Fazit
Wie viel Auslauf dein Hund braucht, ist individuell. Die Rasse gibt eine Orientierung, aber letztlich kennst du deinen Hund am besten. Beobachte ihn: Ist er nach dem Spaziergang zufrieden müde oder immer noch hibbelig? Ein abwechslungsreicher Spaziergang mit Schnüffeln, Spielen und kurzen Trainingseinheiten ist wertvoller als stundenlanges Kilometerfressen.
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